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Werbeblocker

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Werbeblocker
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3/09/18 20:30
Ich hab in den letzten Tagen mal mit netzwerkweiten Werbeblockern auf DNS-Basis gespielt: adblock auf dem Turris Omnia und Pi-hole auf einem Cloud-Server bei Hetzner. Fazit: Das lohnt sich! Nach ersten Tests kann ich keine Unterschiede zu den üblichen Browser-Plugins (ABP, uBlock Origin) erkennen, das geht genauso gut. Vorteil ist aber, daß das auch auf Mobilgeräten funktioniert, wo ich (gerade bei Apple-Geräten) Werbung nicht so einfach blockieren kann (auch z.B. in werbeverseuchten Apps). Man muß nur dafür sorgen, daß das Endgerät als DNS-Server den Werbeblocker nutzt. Zuhause macht das einfach mein Router (Turris Omnia), auf Arbeit leitet der interne DNS-Server ans Pi-hole weiter.

Nun würde ich es sehr schön finden, das auch im Freifunk-Netz nutzen zu können. Dazu habe ich auf dem Portal-Server einen DNS-Forwarder aufs Pi-hole eingerichtet. Man muß also nur die IP-Adresse vom Portal (10.181.0.199) auf dem Endgerät als DNS-Server eintragen und kann werbefrei surfen. Problem dabei ist, daß man in den typischen Freifunk-Endgeräten (Tablets, Smartphones) den zu nutzenden DNS-Server nicht einfach so eintragen kann. Alternativ könnten wir die Werbeblocker direkt in unsere DNS-Server einbinden (Einbindung der Blocklisten oder Forward an z.B. Pi-hole). Dabei stellen sich die Fragen: Wollen wir das? Verstoßen wir damit gegen das Pico Peering Agreement? Zu Letzterem: M.E. nicht unbedingt. Wir greifen ja nicht in den Datenverkehr ein, lediglich unsere DNS-Server verfälschen ihre Antworten. Aber die muß man ja nicht nutzen.

Ist sicher eine Grauzone. Der Gewinn an Surf-Komfort und Sicherheit ist nicht zu verachten. Aber verschiedene (Werbe-) Seiten sind ohne eigene Konfiguration nicht mehr erreichbar. Was meint ihr?

RE: Werbeblocker
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3/09/18 22:31 en respuesta a Jörg.
So verlockend ich das mit einer zentralen Sperrliste finde, ich bin dagegen, dass netzweit auszurollen.
Wir greifen zwar nicht direkt in den Datenstrom, aber wir machen letztendlich das, was Netzaktivisten immer "den Anderen" vorwerfen.

Um die Sache mal weiterzuspinnen:
Was wäre denn mit einem (weiteren) WLAN, in dem das so gehandhabt wird?

Danke für den Server. Ich probier das auf meinen Endgeräten mal aus.

RE: Werbeblocker
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4/09/18 20:05 en respuesta a Matthias Drobny.
Ist halt Ansichtssache. Man könnte es auch so sehen: Die Werbung greift in den Datenstrom ein, indem ungewünschte Inhalte (bis zu Viren u.ä.) hinzugefügt werden. Dagegen bieten wir einen Dienst, der das unterdrückt. Diesen Dienst (unsere internen DSN-Server) muß man ja nicht nutzen.

Aber ich sehe es schon auch realistisch, daß das im Freifunk keine wirkliche Chance hat.

Ein weiteres WLAN: Zeig mir mal, wie man das mit GLUON macht. Dann mach ich das emoticon

Was einfach ginge; Der Mac-Adresse des Endgerätes den DNS-Server per DHCP zuweisen. Dann muß ich aber die Mac-Adresse meines Smartphones in unsere statische dnsmasq-Datei eintragen, was auch nicht gerade dem datenschutz entspricht...

RE: Werbeblocker
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15/11/18 17:49 en respuesta a Jörg.
Jörg...wo ich (gerade bei Apple-Geräten) Werbung nicht so einfach blockieren kann 
Auch dort geht das. Nur mal um die Märchen, die um Apple-Geräte vorherrschen mal etwas aufzulösen.

Trotzdem habe ich zu Hause nen Pi-Hole in Betrieb und bin mega zufrieden. Alles ist rasend schnell und auf dem FireTV ist die Werbung nämlich auch weg ;-)

RE: Werbeblocker
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15/11/18 22:50 en respuesta a Jörg.
Für mich ist Werbung, also die wirklich penetrante und unsichere, vor allem etwas was stark im Internet einschränkt, z.B. durch verklicken beim Seitenaufbau der dann auch noch viel länger dauert. Die einhergehende Angst mit Tracking und Sicherheitslücken empfinde ich dabei ähnlich verstörend wie die juristisch mißbrauchte Störerhaft in DE. Das "gesteigerte Nutzererlebnis" ist einfach ein Übel was am besten komplett zurück in die Büchse der Pandora gehört. Das Problem dabei ist, es müsste so konservativ / präzise / aktuell gefiltert werden, dass dadurch praktisch keine Einschränkungen entstehen, wenn man keine andere Option im Freifunknetz hat. Was nützt mir jeder noch so gut gemeinte Blocker, wenn ich dann Ryanair.com beispielsweise nicht mehr nutzen kann, um einen wichtigen Flug nachzuschauen, weil die Seite nur mit Supercookie geladen wird und ich dann keine Chance habe diese Seite angezeigt zu bekommen. Zack wäre dann Freifunk der Böse, weil man durch die Nebenwirkungen weniger frei in der Nutzung aller Internetseiten wäre.

Also wenn man etwas übles wegfiltern kann, wo man garantiert keine damit indirekt verbundenen Negativeinflüsse hat, dann gerne. Alles weitergehende hingegen nur per Option, die man auch vom unflexibelstem OS als einzelner Nutzer einfach bei Bedarf abschalten kann und das auch als jemand der sich damit gar nicht auskennt.

Für mich und meine Familie würde ich das auch sehr gerne nutzen, aber bei Freifunk muss man auch an Fremde denken und versteckte Negativfolgen. Wenn mit meinen Browserplugins mal was wichtiges nicht lädt, weiß ich mir allerdings auch zu helfen.

Wäre es machbar die Mac-Adressen für die eigenen Geräte auf seinen Nodes einzutragen, wo man das möchte und verantworten kann?

RE: Werbeblocker
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15/11/18 22:39 en respuesta a Eis.
Werbeblocker im Freifunknetz ist nochmal ne ganz andere Frage, die Grundsatzdiskussionen eröffnet. 

Doch solange Freifunk als reiner Hotspot gesehen wird, macht das Sinn. Aber für Hotspots gibt es Anbieter, die das besser machen. Freifunk ist ein freies Netz, was grundsätzlich freien Transit gewährt. Da zählt auch Werbung dazu, auch wenn mir das eben nicht schmeckt. 

Ob ob irgendjemand seine Hujimingh-Flowerpowers-Sparseite aufrufen kann ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Mir wäre es wichtiger, dass lokale Anwendungen, mit lokalem Bezug, wie unsere Chatanwendungen, Telefonie, Kollaborative Editoren etc gehen. Das ist m.E. Freifunk. Dafür würde ich sogar Internet abklemmen, wenn das ursächlich die lokalen Dienste versagt...